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Gregor
Eigentlich war es Sascha, der mich auf den Linux-Trip gebracht hat. Er schwärmte
immer davon, dass er es parallel installiert hatte und dass ich das auch mal
ausprobieren sollte.
Im August 2001 habe ich mir mal zum Spaß die SuSE Linux 7.0 von einem anderen Freund ausgeliehen und mal installiert. Gar nicht mal so schwer und schlecht fand ich das! Naja, aber das Gelbe vom Ei war es dann doch noch nicht. Angestachelt vom Sascha, hab ich dann doch zugestimmt, dass er mir mal die SuSE 7.3 vorbeischickt, das war im Oktober 2001. Ich habe es installiert und war von Anfang an begeistert, dass es doch so einfach ist, entgegen aller Behauptungen. Ich habe seitdem versucht immer mehr mit dem System zu machen und habe, im Nachhinein gesehen, ziemlich blöde Sachen gefragt, aber woher soll man das als blutiger Anfänger denn alles wissen? Mir war dann klar, dass es ohne Dokumentationen und Lernbereitschaft nicht so einfach geht. Ich habe trotzdem versucht, mein bisher bekanntes Arbeitsumfeld von Win 98 zu klonen, aber so einfach ist das dann doch nicht, denn Linux ist in dieser Hinsicht etwas komplizierter, aber dafür umso stabiler und langanhaltender! Nunja, in meiner Abi-Lernphase, also da, wo ich normalerweise nix anderes zu tun haben sollte, außer lernen, hab ich mein Hauptarbeitsfeld, nämlich das Mailprogramm, auf KMail unter Linux verlegt - das war am 2. Januar 2002. Ebenfalls in dieser Lernphase habe ich LIRC zum steuern des Computers per Fernbedienung installiert. Mein Ziel war es, wenn ich am Lernen bin, vom Bett aus, meine MP3s abspielen zu können. :-) Nach bestandenem Abitur hatte ich erstmal viel Freiraum zum Lernen von Linux - ja, man muss es in gewisser Weise lernen. Ich finde, dass ich in dieser Phase sehr viel über das System, die Philosophie und die Programme dazu gelernt habe. Im Juni 2002 waren der Sascha, zwei andere und ich aus reiner Neugier auf dem LinuxTag 2002. :-) Also ich finde es hat sich sehr gelohnt, denn wir bekamen beide so richtig Bock auf Linux; was man alles damit machen kann, ist unvorstellbar!!! Individuell kann man sein System gestalten; bei anderen Betriebssytemen geht das nicht. Mittlerweile, nachdem ich während meiner Zivildienstzeit viele Linux-Bücher gelesen habe, fühle ich mich zumindest mit den Grundlagen sehr vertraut - so schwer ist das gar nicht! Nach nichtmal einem Jahr Linux habe ich fast alle meine gewünschten Arbeitsbereiche durch teilweise bessere Programme ersetzt und arbeite daher zu 99 % mit Linux. Was anderes / besseres kann ich mir derzeit nicht vorstellen. Zu viele Vorteile haben mich überzeugt, bei Linux zu bleiben. Ein paar Tipps an Umsteiger: 1) Ihr müsst es wirklich wollen! 2) Sucht euch eine Distribution aus, die euer Freund hat, denn dann könnt ihr ihn fragen. :-) Also ohne irgendwelche Vorurteile gegenüber anderen Distributionen, ist für Umsteiger die SuSE-Distribution empfehlenswert. 3) Bei Problemen oder Wünschen, sucht erstmal im Internet. Empfehlenswerte Links, die viele Anleitungen beinhalten, findet ihr unter den Links auf den Linuxseiten. 4) Für manche Sachen braucht ihr viel Zeit! Die Sachen sind erst im Nachhinein sehr leicht zu verstehen; vorher müsst ihr euch oft durchfragen oder Dokumentationen lesen - aber keine Angst, es ist halb so schlimm. Man lernt viel über seine Maschine. 5) Gebt nicht auf, wenn etwas nicht gleich funktioniert! Sucht ersteinmal im Internet, dann könnt ihr Newsgroups zu Rate ziehen. 6) Zählt vielleicht noch zu Punkt 5), aber dieser Hinweis dient vor allem den Umsteigern: Wenn etwas nicht funktioniert, heißt es nicht, dass ihr eure Festplatte formatieren müsst und das System neu aufspielt! Das System "verkalkt" auch nicht mit der Zeit! Das war zu Windoofs-Zeiten! Bei Linux lassen sich die Fehler und Probleme eingrenzen und beheben, ohne das System neu aufbauen zu müssen! Neustarts und Abstürze, da muss ich mittlerweile sagen: Was ist das??? In meiner Linux-Laufbahn habe ich noch NIE einen Absturz miterlebt! Höchstens, dass mal KDE abgeschmiert ist, aber das war's auch schon! 7) Haltet euch über Neuentwicklungen auf dem Laufenden, denn nur so könnt ihr ein sicheres und stabiles System betreiben - jahrelang! Das waren paar Ratschläge. Ich hoffe, dass Sie euch bei eurem Schnuppern oder sogar dem Umstieg helfen. Eines sei noch gesagt: Linux und seine Programme ist das am besten dokumentierte Betriebssystem! Nutzt das aus, denn nur so lernt ihr die Programme in ihrer vollen Funktionalität kennen! Viel Spaß wünsche ich! Wenn ihr noch Fragen bezüglich eurer Ängste vor Linux habt, dann könnt ihr mir auch gerne eine Mail schreiben! |
Sascha |